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TV Glück-Auf Brassert: Sport statt Kohle

Mit diesem leicht verfremdeten Motto aus den Anfängen der Recklinghäuser Ruhrfestspiele lässt sich die Entstehungsgeschichte des zweit-jüngsten Marler Tennisklubs kaum treffender beschreiben. Im Jahre 1983 gegründet, wird der TV Glück-Auf in diesem Jahr 30 Jahre alt. Das Klub-Logo, das sowohl einen Tennisball als auch einen Grubenhelm enthält und natürlich auch der Name verweisen auf die enge Verknüpfung zwischen Bergbau und Tennisklub, so wie sie bei Entstehung gegeben war.

Mehr als ein Jahrhundert lang beruhte der wirtschaftliche und soziale Erfolg des Ruhrgebiets auf der Kohle. Die ersten Feierschichten für 16.000 Bergleute im Februar 1958 treffen die Menschen im Revier unerwartet und sind der Anfang vom Ende: zwischen 1958 und 1964 werden 35 Zechen mit 53.000 Beschäftigten stillgelegt. Schließlich erreicht das Zechensterben auch Marl: am 15. August 1972 wird die Zeche Brassert (Foto oben 1915, Foto unten ca. 1950) stillgelegt. In den Folgejahren werden die Tagesanlagen abgerissen und die Schächte verfüllt.

Kombinierter Gewerbe- und Freizeitpark
Dort, wo heute die Dreifach-Tennishalle steht, befand sich die Kaue, dahinter ragten die Kühltürme in den Himmel; wo heute die Firma Bunzel ihre Gebäude hat, waren der Bahnhof der Zeche und die Lehrwerkstatt. Auf dem Bunzel-Parkplatz war der Eingang zu Schacht II.

Der Abriss der Betriebsanlagen geschieht innerhalb eines Pilotprojektes des Landes: nach abschließender Planierung des Geländes, die Grundmauern und Keller der Zechegebäude liegen nur knapp unter der Oberfläche, soll das ehemalige Betriebsgelände der Zeche Brassert einem kombinierten Gewerbe- und Freizeitpark eine neue Heimat sein. Die Firma Bunzel ist Ende der siebziger Jahre der erste Betrieb, der sich im neuen Gewerbegebiet „Zechenstraße“ niederlässt. Für den neuen Freizeitpark sind von Beginn an eine Tennishalle in kommerzieller Trägerschaft und Freiluft-Tennisplätze für einen Tennisklub vorgesehen.

Kaue wird doch abgerissen
Diese Planungen erscheinen in einem anderen Licht, als die vom Abriss verschont gebliebene imposante Kaue 1982 doch noch der Abrissbirne zum Opfer fällt. Die Kaue sollte saniert, renoviert und umgebaut werden: sie sollte als neue Marler Stadthalle ein Ort für größere Feierlichkeiten aller Art und eine Heimat für alle Vereine in Marl sein; Bowling- und Kegelbahnen sind geplant, die Schützen sollen Schießbahnen bekommen. Kurz: die geplante Stadthalle ist das Herzstück des geplanten Brasserter Freizeitparks. Doch im Zuge der planerischen Arbeiten, die sich immer länger hin ziehen, verfällt der Zechenbau zusehends, bis er schließlich nicht mehr zu retten ist und ebenfalls abgerissen werden muss.
Damit ist endgültig Klarheit geschaffen: einem neuen Tennisklub steht nun reichlich Raum für seine Sportanlagen zur Verfügung. Und Tennisenthusiasten finden sich schnell zusammen: am 30. September 1983 versammeln sich in der Gaststätte Kastanie in Brassert 48 Gründer, die in einer nur 35minütigen Versammlung ihren ersten Vorstand wählen: Herr Dr. Glomme (1. Vors.), Herr Benecken (2. Vors.), Herr Garbers (Geschäftsführer), Frau Kiffe-Heinze (Kassiererin), Frau Stammel (Schriftführerin), Herr Scheffer (Beisitzer) und Herr Hoffrichter (Beisitzer). Ein einzigartiger Passus in der Satzung bestimmt ausdrücklich, dass der TV GA ein Breitensportverein sein soll, der nicht am Wettspielbetrieb teilnehmen darf.

Der neue Klub wächst rasant schnell
Der Klub wächst in einem atemberaubenden Tempo: nur ein knappes halbes Jahr nach Gründung, im Februar 1984 hat der TV GA bereits 285 Mitglieder, die sich im Sommer auf den insgesamt 6 voll belegten Kunstrasenplätzen tummeln. Erste Gedanken an die Einführung von Aufnahme-Wartelisten und eine Ausdehnung auf 10 Plätze kommen im Vorstand auf. Der Mitte der 80iger Jahre einsetzende Becker-Boom und der ungebrochene Zulauf zum Brasserter Tennisverein führt zu einer Konkretisierung dieser Gedankenspiele. Bei einem Bestand von mehr als 600 Mitgliedern im Jahre 1986 werden vier weitere Plätze gebaut und im selben Jahr noch eingeweiht. Im Folgejahr erreicht der Tennisverein mit ca. 750 Mitgliedern seinen absoluten Höchststand.

TV GA öffnet sich für Wettkampftennis
Zu einer denkwürdigen Mitgliederversammlung kommt es am 18. Januar 1991, als der Vorstand eine Satzungsänderung vorschlägt: der TV GA soll sich nicht länger dem Wettkampftennis verschließen, vielmehr soll auch Mannschaftsspielbetrieb im Klub möglich sein. Nach einer hitzigen Debatte spricht sich eine hauchdünne Mehrheit für die Teilnahme am Spielbetrieb des Westfälischen Tennisverbandes bzw. des Tennisbezirks Ruhr aus: daraufhin gehen noch im selben Jahr sieben Erwachsenenteams und fünf Jugendteams ins Rennen


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